MARIEN-LEBEN ( VOM SICHT- UND UNSICHTBAREN), Kulturquartier Neustrelitz, 2025
1912 schuf Rainer Maria Rilke den Gedichtzyklus Marien–Leben, in dem er den Schwerpunkt auf die irdische Gestalt Mariens legt. Durch Darstellungen des Marienlebens und verschiedene andere Quellen inspiriert, verwebt er Heiliges, Profanes und Metaphysisches mit der eigenen Realität seines Lebens und Schaffens. Paul Hindemith nimmt das Marien-Leben Rilkes als Ausgangspunkt und komponierte das Marienleben Opus 27, welches er 1923 erstmals veröffentlichte, aber über 25 Jahre hinweg weiter bearbeitete, um es 1948 als letztgültige „Neufassung“ herauszugeben. Das Werk wird einer der wichtigsten Liederzyklen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
2025 wendet sich die Künstlerin Katharina Neuweg erneut diesem Thema zu und zeigt in der Ausstellung Marien – Leben (vom Sicht- und Unsichtbaren) aktuelle Arbeiten, die sie ausgehend von Rilkes lyrischer und Hindemiths musikalischer Bearbeitung dieses christlichen Urmythos geschaffen hat. Es entstanden sowohl Malereien als auch Installationen, die Gegenwart und Geschichte subtil miteinander verschmelzen, wobei sie sich einem erzählerischen, das Geschehen abbildenden Zugang verweigern.
Obwohl auch für sie die tradierten Bildtraditionen der Marienzyklen wichtiger Ansatzpunkt waren, entwickelt sie eine neue Bildsprache, die sie mit dem Motiv des Kreises im zyklisch Wiederkehrenden verankert- für sie das adäquate Mittel für die Transformation zurück ins Bildnerische.
Ihr geht es nicht um die Abbildung einer Geschichte, als vielmehr um die zeitgenössische Spiegelung von Erfahrungen, Befindlichkeiten und Zuständen, die wiederholt auf den Menschen einwirken. So wird die Pietá – die Gottesmutter, die ihren toten Sohn hält – nicht mehr gegenständlich erzählerisch dargestellt, sondern für die Essenz dieser abgrundtiefen Trauer, wird eine andere Ausdrucksform gesucht und in einer in Blei gegossenen Kerze gefunden, die als solche – symbolisch und real – all ihren Funktionen enthoben ist.
Die Werke in der Ausstellung besitzen einen intrinsisch poetischen Charakter, der das ewig Wiederkehrende des Sicht- und Unsichtbaren einfängt. ( Mara Maroske)
CASPAR UND ICH. GEGENWART TRIFFT ROMANTIK, Kunstsammlung Neubrandenburg, 2024/25
Fotonachweis: Roman März
…die interessante Ambivalenz des Raumes mit seinen kühlen Architekturelementen ergänzt die Aussage, die sie mit ihrer Installation trifft. Ausgehend von einer romantischen Vorstellung der Natur thematisiert die Künstlerin die aktive Entgrenzung aus ihr, deren Zerstörung und die Vernichtung aller Lebensgrundlagen durch einen ungebremsten Konsum. XL und XXL die allgegenwärtigen Zeichen für Konsumwahn, sind zu einem Netz gewoben, als „Tasche für das letzte Hemd“. Friedrichs „Wanderer im Nebelmeer“ wird in ihren Gemälden „Vertreibung des Paradieses“ zum Nebelmeer brennender Wälder in Brasilien. In der Mitte des Raumes befindet sich ein „fragiles Terrain“. Totes Holz auf salziger Erde steht in einem abgegrenzten Bereich. Nicht betretbar. Das gestapelte Brennholz ist so fragil, wie sich die momentane Situation zeigt. ( Elke Pretzel Auszug aus dem Ausstellungskatalog)
NEUES AUS DEN ATELIERS, KÜNSTLERHAUS SCHLOSS PLÜSCHOW 2024
TATORT, DEZERNAT 5 , Schwerin 2022
Foto: Dettmann
FÜNF POSITIONEN DER GEGENWART, Kunstpreis der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe für Bildende Kunst in MV, Kunstsammlung Neubrandenburg 2022
Kunstsammlungen Neubrandenburg Ausstellung zum Kunstpreis 2022 Foto: Thomas Häntzschel / nordlicht www.fotoagenturnordlicht.de
Text: Dr. Katrin Arrieta
APIS MELLIFERA_SCHNITTSTELLE NEUSTRELITZ_mit Arbeiten von Dana JES, Dr. Christina K. May und Katharina Neuweg


Fotonachweis: Anne Steffen
OUTLINES AND INSIDES_KUNSTVEREIN ZU ROSTOCK e.V._ROSTOCK





GEFEASZE _GALERIE FÜR GEGENWÄRTIGE KUNST_ KOF_NEUSTRELITZ




curated by Marieken Matschentz
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